Sebnitzer Str. 12, Dresden

Restauratorische Untersuchung zu den Fassungen im Hausflur und im Treppenhaus

Das Mietshaus Sebnitzer Strasse 12 befindet sich in der Äußeren Neustadt der Stadt Dresden. In diesem Stadtteil haben sich eine Vielzahl von Gebäuden aus der Gründerzeit und dem ausgehendem 19. Jh. erhalten. Der wirtschaftlicht Aufschwung dieser Zeit zeigt sich an der zumeist reichen Ausgestaltung der Fassaden, Eingangshallen und Treppenhäuser.

Die Fassade des Hauses ist nach Norden ausgerichtet. Hinter dem mittig gelegenen Eingang eröffnet sich ein geräumiger Flur mit stuckierten Wänden und Decke. Neben den gezogenen Stuckprofilen an den Wänden finden sich von Blumen und Bändern gesäumte runde und ovale Medaillons. Die Decke der Einganshalle zeigt eine quadratische Kassettierung mit floralen Elementen, die durch ein breites Blumenband nach außen begrenzt wird. In der Mitte befindet sich ein durch ein Blumenband gerahmtes, zentrales Medaillon mit seitlichen Konsolen mit Akanthusmotiv. Decke und Wände sind durch eine konkav gerundete, profilierte Voute miteinander verbunden.

Den südlich angrenzende Raum betritt man durch einen mit Schulterbogen versehenen Durchgang. Er verbindet Flur und Treppenhaus und ist zugleich Vorraum zu dem im Westen und Osten gelegenen Wohnungen, die über zwei Stufen zu betreten sind. Die Decke ist im Vergleich zum Flur wesentlich einfacher gestaltet und zeigt die selbe Voute mit angrenzendem Blumenband. Der Deckenspiegel ist jedoch nicht stuckiert und hat in der Mitte eine weit herausragende Rosette, an der auch ursprünglich die Beleuchtung des Treppenhauses positioniert war.

Mittelmedaillon im Hausflur.

Befundblatt.

Untersuchung

Die restauratorischen Untersuchung beschränkte sich auf ausgewählt Bereiche des Gebäudes Sebnitzer Strasse 12. Sie beinhaltete eine Erfassung der Farbschichten an Decken und Wänden im Hausflur und Treppenhaus des Erdgeschosses. Zudem wurden die Farbfassungen an Türen, Fenstern und dem Geländer untersucht. Ziel war es, Aussagen über die ursprüngliche Farbigkeit treffen zu können und diese anhand von Befunden zu dokumentieren. Zusätzlich erfolgte eine Bestimmung der Farbwerte nach NCS für die aufgedeckte Erstfassung.

Die ursprüngliche farbige Ausgestaltung von Hausflur und Treppenhaus war sehr schlicht gehalten und beschränkte sich auf die Hervorhebung ausgewählter Gliederungselemente. Die Wände waren in einer lasierenden Technik einheitlich gelb gestrichen und zeigten einen einfachen Abschluss an der Decke und im Sockel durch ein breites grünes Band mit rotem Strich. An den schlicht weiß gehaltenen Stuckaturen gab es lediglich vereinzelte Akzente durch die Vergoldung einiger Profilstäbe und Ornamente. Durch den Auftrag einer Farblasur wurden vermutlich weitere Farbabstufungen vorgenommen. So waren beispielsweise die Medaillons der Wände in einer Nuance dunkler gehalten als die angrenzende Stockoberfläche. Es ist vorstellbar, dass durch diese Technik ein zusätzlicher plastischer Effekt erzielt wurde. Die Gestaltung konzentriert sich jedoch auf das zentrale Deckenmedaillon des Hausflurs, das mit einer vegetabilen Darstellung bemalt ist.

Türen und Fenster waren einheitlich blau gestrichen. Eine Besonderheit sind die kunstvollen Schmiedearbeiten der Geländer und der verglasten Türöffnungen im Treppenhaus, bei denen eine ursprünglich goldene Farbigkeit nachgewiesen werden konnte.

Bearbeitungszeitraum: März/ April 2009

Auftraggeber: Architekturbüro Sachse

Auftragnehmer: Dipl. Restaurator Martin Lehmann, Dresden

 

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