Dorfkirche Mohlis bei Altenburg

Restauratorisches Maßnahmenkonzept für die hölzernen Einbauten und die Raumfassung

Der Innenraum wird durch mehrere flachrundbogige Fenster erhellt und wird im Wesentlichen durch seine hölzernen Einbauten gegliedert. Die umlaufende Empore hat im Osten eine Kanzel mit Schalldeckel und bietet im Western Platz für eine Orgel, die von Christph Opitz, einem regionalem Orgelbauer, 1845 angefertigt wurde und momentan für die Restaurierung ausgebaut ist. Die Empore war sowohl im Osten als auch im Norden über eine Treppe zu besteigen. Die Osttreppe ist jedoch derzeit nicht mehr tragfähige so dass der aktuelle Zugang über die im Vorbau befindliche nördliche Treppe ermöglicht wird.

Eine horizontale Gliederung der Wandflächen erfolgt somit hauptsächlich durch die Emporeneinbauten. Vertikal sind die Wände im Norden, Osten und Süden durch die langrechteckigen Fenster unterteilt, die sowohl oberhalb als auch unter der Empore als Raumöffnungen sichtbar sind.

Ein umlaufendes profiliertes Gesimsband grenzt die Wandflächen zur Decken hin ab und leitet in die holbogige Voute über, die wiederum durch ein Stuckband zum Außenspiegel der Deckenfläche abgeteilt ist. Zwei langrechteckige innere Deckenspiegel sind erneut durch ein einfaches Stuckprofil untergliedert und haben in ihrer Mitte jeweils ein Medaillon. Beide Medaillons zeigen Sprüche aus der Bergpredigt.

Die derzeit sichtbare Farbgebung der Raumschale ist vermutlich der Restaurierung von 1937 zuzuordnen und orientiert sich an der Bemalung der Empore. Dieses Konzept soll für die Erarbeitung der zukünftigen Ausmalung maßgebend sein.

Probeachse zur Restaurierung der Fassung an der Empore.

 

Zustand

Wand- und Deckenflächen sind mit einer Vielzahl verschiedener Ergänzungsmaterialien versehen. Zudem wird das Erscheinungsbild der Oberfläche durch abblätternde Farbschichten beunruhigt. Die Oberflächenbeschaffenheit der Putzergänzungen unterscheidet sich zum Teil erheblich und wird auch nach einer Neufassung des Raumes noch sichtbar bleiben. An der Decke zeigen sich weitverteilt Risse unterschiedlicher Größe. Putz und Stuck sind partiell gelockert und abgängig und weisen teils Verluste auf. Die Stuckleisten sind in ihrem Profil einerseits durch Ergänzungsmaterialien, andererseits durch die Vielzahl der Aufstriche erheblich verunklärt. Die unterschiedlichen Fassungen bieten keine ausreichende Tragfähigkeit für nachfolgende Anstriche, insbesondere der Leimfarbenanstrich der letzten sichtbaren Fassung.

Probeachse zur Neufassung von Wänden und Decke.

Konzept
  • Erstellung einer Probeachse zur Neufassung von Wänden und Decke unter Berücksichtigung verschiedener Farbsystheme

  • Erstellung einer Probeachse zur Restaurierung der Farbfassung an Empore und Kanzel (Reinigung, Konsolidierung, Retusche und Rekonstruktion)

Bearbeitungszeitraum: Mai und Juni 2007

Auftraggeber: Ev. Kirchspiel Jauern, Illsitz und Altkirchen

Auftragnehmer: Dipl. Restaurator Martin Lehmann, Dresden

Dipl. Restaurator Johannes Schaefer, Altenburg

 

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