Bemalte Stuckdecke im Obergeschoss der Villa Gustav-Adolf-Strasse 8, 

Dresden Strehlen

Konservierung, Restaurierung und Rekonstruktion

 

Die bemalte Stuckdecke befindet sich im ersten Obergeschoss im mittleren Raum auf der Nordseite der Villa Gustav- Adolf- Straße 8 und ist vermutlich Ende des 19. Jahrhundersts entstanden. Sie zeichnet sich durch ein aufwendig gestaltetes Farbprogramm und einen symmetrischen Aufbau aus. In den Raumecken befinden sich barockisierte Kartuschen mit Engelsköpfen und vegetabilen Beiwerk. Der Kartuschenspiegel zeigt eine durch Rotfarbtöne dominierte Marmorimitation. Der Weißstuck ist in einer lasierenden Technik an Blättern, Früchten und Blumen farblich akzentuiert. Wand und Decke werden durch eine umlaufende Voute verbunden, die durch weiße Stuckprofile mit vergoldeten Stegen begrenzt wird. Zum Deckenspiegel schließt sich zudem ein grünes Rahmenband an, das an den Längsseiten mit kleinen Seitenkartuschen versehen ist. Die ockerfarbenen Begrenzungsstege sowie der ockerfarbenen Floralstuck der Seiten- und Eckkartuschen sind mit Vergoldungen akzentuiert und als eine Art Goldimitation zu verstehen.

Neben der Restaurierung des erhaltenen Malereibestands lag ein besonderes Augenmerk der Bearbeitung auf der Rekonstruktion des großflächigen Verlusts im nördlichen Bereich der Decke.

Stuckdecke während der Bearbeitung

Nach der Bearbeitung mit rekonstruiertem Bereich

Ziel der Konservierung und Restaurierung war die Erhaltung der Deckenbemalung und eine Wiederherstellung ihrer Lesbarkeit. Dies umfasste die Festigung loser Bereiche des Trägers sowie der Malschicht. Danach erfolgte die Schließung von Rissen und der Austausch lockeren Ergänzungsmaterials. Die im Originalbestand vorhandenen Fehlstellen sollten durch eine zurückhaltende Retusche integriert werden. Dabei war ein optisch geschlossener Gesamteindruck anzustreben.

In dem erneuerten Bereich der Nordseite musste die Malerei rekonstruieret werden. Die Rekonstruktion erfolgte in Anlehnung an das Original unter Verwendung der historischen Techniken (ausgenommen der Vergoldung). Eine Übereinstimmung mit der Farbigkeit des Originalbestandes wurde dabei angestrebt, jedoch war eine Imitation des gealterten Zustandes der erhaltenen Bereiche nur bedingt möglich.

Rekonstruierte Stuckkartusche

Bearbeitungszeitraum: Oktober  2007

Auftraggeber:  Frau Birgit Kraft, Eigentümer

Beteiligte:

Dipl. - Restaurator M. Lehmann, Dresden

Restauratorin M.A. Stephanie Bogin, London

 

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