An der Brüderkirche 2, Altenburg

Konservierung und Restaurierung der bemalten Bohlenstube

Von der ursprünglichen Bohlenstube haben sich heute nur mehr drei Wände erhalten. Die Nordwand ist nicht mehr erhalten, so dass der Raum durch eine vom Eigentümer eingebaute Regalwand abgeschlossen wird. Zu dem ist nicht eindeutig zu bestimmen, ob die heutige Lage des Raumes der originalen Positionierung entspricht. Anhand der Gliederung der Malerei lässt sich jedoch erkennen, dass es an der Südseite auch ursprünglich zwei Fensteröffnungen gab. Die Türöffnung im Osten ist erst nachträglich eingefügt worden, da sie die Malerei beschneidet. Hier hat sich der Malereibestand unter dem nicht mehr vorhandenen Türrahmen am besten erhalten.

Durch den fragmentarischen Zustand lassen sich nur wenigen Aussagen zur ursprünglichen Gliederung der Malerei treffen. Es ist jedoch noch ablesbar, dass sich der Wandaufbau aus einem illusionistischen Sockel und einem Gesims mit dazwischenliegender Täfelung zusammensetzte. Auf den durch rote Bänder getrennten Tafeln finden sich auf hellem Grund ausgeführte, aufwendig gestaltete, florale Ornamente in Rot und Ocker bzw. Braun und Ocker. Die dazwischenliegenden Bänder zeigen Reste einer weißen Ornamentierung. Der Sockel war vermutlich monochrom rot gestaltet und lediglich durch Schwarze horizontale Linien gegliedert. Das Gesims hat sich in Resten lediglich an der Ostwand erhalten. Hier ergeben sich durch illusionistische Konsolen gegliederte Felder mit floraler Ornamentik. Den oberen Abschluss bildet ein Zahnschnittfries.

Östliche Bohlenwand, Malerei vor der Behandlung.

Östliche Bohlenwand, Malerei nach Freilegung und Reinigung.

Maßnahmen

Ziel der Konservierung und Restaurierung war die Erhaltung der Malerei und eine Wiederherstellung ihrer Lesbarkeit. Dies umfasste die Festigung loser Bereiche des Trägers sowie der Malschicht. Zudem nahmen die Abnahme der in Resten aufliegenden Farbschichten und die Reinigung der Oberfläche einen Schwerpunkt der Arbeiten ein. Eine zurückhaltende Retusche störender Fehlstellen in der Malerei und die farbige Integration neuer Holzbauteile sollten zu einer ästhetischen Aufwertung des gesamten Raumes führen. Von einer Ergänzung fehlender Malereibereich musste aufgrund des fragmentarischen Erhaltungszustandes der Malereien Abstand genommen werden.

Bearbeitungszeitraum: Mai bis November 2008

Auftraggeber: Eigentümer Familie Pradel April/ Mai 2009

Auftragnehmer: Dipl.-Restaurator Martin Lehmann, Dresden; Dipl.-Restaurator Johannes Schaefer 

 

zurück