Große Aufmerksamkeit für die kleine Burg

 

Die Schönheitskur zur Rettung des fast 500 Jahre alten Gemäldes wird vorbereitet - Erste Ergebnisse sind am Tag des Denkmals zu sehen

von EVELINE RÖSSLER

 

Für die Burg Rabenstein als kleinste Burg in ganz Sachsen war gestern ein großer Tag. Die Rettung der Jahrhunderte alten Wandmalerei, die einst den Hochzeitssaal des historischen Gemäuers im Westen der Stadt schmückte, hat begonnen.

Zumindest nahmen die zuständigen Fachleute an dem Gemälde, das seit Jahren in einem bedauernswerten schlechten Zustand ist, eine erste Untersuchung direkt vor Ort vor. „Anhand der Farbproben und Farbzusammensetzungen sollen das exakte Entstehungsjahr und die notwendigen Restaurierungsschritte festgelegt werden", erklärt Ritter Knut von Rabenstein. Als Vorsitzender des Burgvereins hat der Chemnitzer großen Anteil daran, dass die Restaurierung der Malerei, die mindestes bis ins 15. Jahrhundert zurückreichen soll, nun Schritt für Schritt über die Bühne gehen kann. Auch an der mit 15.000 Euro bezifferten Summe für die Sanierung hat sich der Chemnitzer Verein gemeinsam mit dem Landesamt für Denkmalpflege und dem Schlossbergmuseum beteiligt.

Dabei hat Knut von Rabenstein, der 1999 offiziell zum Ritter geschlagen wurde, noch Großes vor mit der kleinen Burg. So hat er beispielsweise schon daran gedacht, das trutzige Gebäude nach historischem Vorbild wieder ringsum zu bewässern. Außerdem ist er gegenwärtig mit Gleichgesinnten dabei, eine funktionstüchtige riesige Pfeilschleuder zu bauen. Gerade das Bogenschießen für große und kleine Leute im Stil der englischen Langbogenschützen, so seine Meinung, ist immer eine der Attraktionen auf den mittelalterlichen Märkten.

 

Die Sanierung der historischen Wandbilder in der Burg Rabenstein wurde gestern von Praktikantin Lydia Dietrich und Restaurator Martin Lehmann in Angriff genommen.

 

Foto: A. Seidel

 

Auf jeden Fall setzt der Chemnitzer alles daran, dass die kleine Burg vor den Toren der Stadt noch mehr als Ausflugsstätte für Besucher aus nah und fern bekannt wird. Die Chemnitzer, so macht er heute schon neugierig, sollen erste Ergebnisse der Schönheitskur zum Tag des Denkmals im September zu sehen bekommen. Dann, so hofft er, habe man die erste Stufe der Restaurierung abgeschlossen. Das Ereignis wird noch einmal im Oktober 2005 mit einem großen Mittelalterfest gefeiert.

Uwe Fiedler, Chef des Chemnitzer Schlossbergmuseums, ist erst einmal zufrieden- „Mit dem malerischen Geschichtszeugnis wird die Burg Rabenstein aufgewertet", freut er sich. Immerhin zählte die kleine Burg, die acht Monate im Jahr geöffnet hat, 2004 nahezu 20.000 Besucher.

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